Unterirdisch und doch ein Lauf

Feuerwerk, Tontaubenschießen oder Schützenfest – alles Begrifflichkeiten, die einen Kantersieg in diesem Sport verklausuliert umschreiben können. Dass es solche aber gar nicht braucht, um oben ein Wörtchen mitzureden, zeigt aktuell Portu Rheine. Jüngst lieferte die Elf von Rainer Tenelsen nicht mal ein ordentliches Spiel ab und doch sprangen die drei Punkte in den Portu-Sack. Oder um es mit den Worten des Coaches zu sagen: „Es war unterirdisch“.  

Gewinner des Spieltages: Auch wenn es vielleicht paradox klingen mag, zum Gewinner dieser Kategorie küren wir am 13. Spieltag Portu Rheine. Aber nicht, weil sich die Truppe gegen den Drittletzten Eintracht Rodde III zu einem mühsamen 2:0 (1:0)-Erfolg schleppte, sondern aufgrund der Tatsache, dass die Tenelesen-Schützlinge mittlerweile 25 Zähler auf dem Konto haben, auf Rang drei sprangen und somit plötzlich mitten im Geschäft um den Realegationsplatz sind. Bedenkt man dabei noch, dass Portu erst 18 Tore schoss – die mit Abstand wenigsten aller Spitzenteams – ist die Geschichte umso bemerkenswerter. 2,16 Treffer reichen dem Absteiger zu einem Dreier. Der guten Defensive, erst acht Einschläge, sei Dank. So gesehen war der Erfolg gegen Rodde tortechnisch genau im Portu-Schnitt.
„Wir orientieren uns aber noch zu oft am Gegner“, bemängelte Tenelsen dennoch und schob nach: „Das soll nicht heißen, dass ich Rodde schlechtreden will, aber es war eben ein überschaubares Fußballspiel und wir haben es nicht geschafft, das zu ändern.“ Will heißen: Nach dem 1:0 durch Thomas Ramaker, der einen Aufbaufehler der Gastgeber eiskalt bestrafte, lief nur noch herzlich wenig zusammen bei Portu. Und „laufen“, ist in doppelter Hinsicht gemeint – die Akteure und der Ball. Zudem wurde das Flügelspiel stark vernachlässigt und die Kreativität war offenkundig auch zu Hause geblieben. „Wir haben all das vermissen lassen, was nötig gewesen wäre, um höher zu gewinnen“, so der Übungsleiter, der hintenraus sogar noch Bammel hatte, dass „die Geschichte noch schief gehen könnte“. Tat es aber nicht. Auch, weil Abouzaho in Minute 88 vom Punkt den Deckel mit dem 2:0 draufmachte und Platz drei eintütete.    

Topspiel des Spieltages: Da hatten wir die Qual der Wahl, sind in uns gegangen und haben uns dann für das Kräftemessen zwischen GW Rheine III und dem SC Altenrheine IV entschieden. Zwei Teams, die Ambitionen nach oben haben und somit zugleich zwei Teams, die den Dreier für sich reklamierten. Bekommen haben ihn am Ende die Gäste. Mit 2:1 (0:0) behielten die Mannen von Rolf Dölling „etwas glücklich“ die Oberhand. Es waren eben Nuancen, die an diesem Tage den Ausschlag gaben. Beide Mannschaften suchten nämlich konsequent den Weg nach vorne, beide erspielten sich ein Haufen an Chancen und beide hatten eines: klasse Schlussmänner. Sowohl Ali Ehrary aufseiten der Grün-Weißen als auch Fabio Vieth vom Sportclub zauberten eine Reihe richtig starker Paraden aus dem Hut.
Da verwundert es nicht, dass Ehrary zunächst auch nur per Foulelfmeter bezwungen wurde. SC-Trainersohn Robin Dölling trat an und verwandelte das Ding sicher zur 1:0-Führung für seine Farben (63.). Die Freude währte darüber allerdings nur kurz, denn die Gastgeber hatten in Form des 1:1-Ausgleiches (Christoph Loose/71.) die passende Antwort parat. „Danach musste ich zusehen, dass meine Jungs weiter den Weg nach vorne suchen und sie anfeuern. Da blieb keine Zeit, um über den Ausgleich nachzudenken“, verriet Dölling. Und seine Truppe machte weiter und hatte an diesem Tage das Quäntchen mehr Glück auf seiner Seite. Sechser Marc Hermeling verwandelte einen Pfostenabpraller – Ehrary hatte den vorausgegangenen Freistoß reaktionsschnell an diesen gelenkt, zum 2:1-Siegtreffer (84.). „Das war ein ganz, ganz wichtiger Erfolg. Wir hatten eben das Glück, müssen jetzt aber nachlegen“, resümierte der SC-Coach zufrieden.

Verlierer des Spieltages: Dieses Mal hat es die Sportfreunde Gellendorf II erwischt, die auf heimischer Anlage mit 1:2 (0:1) den Kürzeren gegen den Skiclub Rheine II (8./19 Punkte) zogen. Mit einem Dreifacherfolg hingegen wären die Sportfreunde doch tatsächlich vorerst auf Rang zwei des Rankings gesprungen. Aber: Chance vertan. Gellendorf bleibt bei 23 Zählern stehen. Beileibe nicht schlecht, aber eben auch nicht ausreichend für den Zweier-Sprung.   

Heimspiel-Fazit: Rang sieben (derzeit Reckenfeld II/21 Punkte) und Platz zwo (TuS St. Arnold II/25 Punkte) trennen mal gerade vier Zählerchen. Der Kampf um den Relegationsrang beschäftigt aktuell also die halbe Liga. Und das man, um da mittendrin sein zu dürfen, keine fußballerischen Sternstunden benötigt, sondern einfach nur eine kleine Ergebnisserie hinlegen muss, beweist Portu Rheine. Noch vor vier Wochen hatte den Absteiger keiner so richtig auf dem Zettel. Aber ein paar Siege später und schon sieht die Geschichte ganz anders aus. Uns und jedem Wohlgesonnen dieser Spielklasse soll es recht sein, so ist jeden Spieltag ordentlich Bewegung drin.

[heimspiel-online.de, Till Meyer]

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